Alfred Ganz-Wolff war der Onkel von Josef Ganz, dem jüdischen Ingenieur und Automobilpionier. Sein Bruder Hugo Ganz war ein renommierter Journalist und Buchautor. Als Direktor der Julius Sichel & Cie in Mainz und humanistisch gesinnter Mäzen bot Alfred in dunklen Zeiten Schutz und Zuflucht für jüdische Familienmitglieder in seiner Villa Solina in Luzern, Schweiz.
Alfred Ganz-WolffPorträt folgt
Scrollen zum Entdecken
Eine persönliche Widmung
Als Verwandter von Josef Ganz und Urenkel von Alfred Ganz widme ich diese Seite dem Andenken an einen Mann, der nicht nur geschäftlichen Erfolg erzielte, sondern seine Position und Mittel nutzte, um in Zeiten grösster Not Menschlichkeit zu bewahren. Nach jahrelanger Arbeit mit dem holländischen Ganz-Biografen Paul Schilperoord für die Aufarbeitung des Lebens von Josef Ganz möchte ich nun auch die Geschichte seines Onkels Alfred bewahren – eines Mannes, dessen humanistische Werte und Taten nie vergessen werden sollten.
— Lorenz Schmid
Die Verbindung
Alfred Ganz-Wolff war der Onkel von Josef Ganz, dem jüdischen Ingenieur und Automobilpionier. Sein Bruder Hugo Ganz war ein renommierter Journalist und Buchautor. Als Direktor der Julius Sichel & Cie in Mainz und humanistisch gesinnter Mäzen bot Alfred in dunklen Zeiten Schutz und Zuflucht für jüdische Familienmitglieder in seiner Villa Solina in Luzern, Schweiz.
Lebensweg & Wirken
Alfred Ganz wurde am 8. November 1874 an der Rosengasse in Mainz geboren. Seine Eltern waren Moritz und Karoline Ganz, die eine koschere Metzgerei betrieben. Alfred hatte neun Geschwister, von denen zwei im Kleinkindesalter starben. Er besuchte Grund- und Mittelschule in Mainz und schloss mit der mittleren Reife ab. Anschliessend begann er am 15. April 1890 die Lehre als Kaufmann des Eisenhandels bei der Fa. Julius Sichel in Mainz, wo er anschliessend auch arbeitete.
Am 5. Februar 1904 heiratete er eine Bekannte seiner Schwester Ida, Valerie Wolff. Sie hatten zusammen die Kinder Ernst (1904), Felix (1906), Madelaine (1908) und Elisabeth (1911). Alle Kinder wurden in Luxemburg geboren, wo Alfred – der 1903 Teilhaber der Fa. Sichel wurde – gute Aussichten sah, die Firma zu entwickeln. Luxemburg lag im Zentrum der Stahlgewinnung in Europa mit dem Ruhrgebiet, Lothringen, Belgien und Luxemburg selber. 1912 übernahm Alfred die Leitung der beiden wichtigen Sichel-Zweigstellen in Luxemburg-Stadt und Esch-sur-Alzette. Als der andere Teilhaber, Ferdinand Sichel, seinen 18-jährigen Sohn verlor, zog er sich aus der Firmenleitung zurück, und Alfred übernahm die Mehrheit der Gesellschaft.
Alfred war ein weitblickender, aktiver Unternehmer. Er erkannte die Bedeutung sowohl von Carbid wie auch von Lötzinn als zukünftige Handelsartikel, und so wurde die Fa. Sichel vom Handelsunternehmen zum Produzenten. Durch seine grosse Schaffenskraft wurde sie zu einem bedeutenden Unternehmen mit Hauptsitz in Luxemburg mit Tochtergesellschaften in Deutschland, Frankreich und Belgien.
In Thonon am Genfersee kaufte Sichel ein Elektrizitätswerk, um eine Fabrik für Carbid zu errichten. Diese nahm 1914 den Betrieb auf. Als der Leiter dieser Fabrik plötzlich verstarb, sah sich Alfred gezwungen, mit seiner Familie nach Thonon zu ziehen. Als der 1. Weltkrieg ausbrach, musste die Familie Thonon fluchtartig verlassen und zog nach Wiesbaden, wo Alfreds Eltern wohnten.
Alfred wurde ins Militär eingezogen. Dank seiner Französischkenntnisse wurde er dem Bahnüberwachungsdienst zugeteilt. Seine guten Beziehungen verhalfen ihm zum Einsatz auf der Strecke Saarbrücken – Thionville – Luxemburg, wodurch er auch seinen privaten Tätigkeiten nachgehen konnte. Nachdem seine Carbidproduktion von den Franzosen konfisziert wurde, fand er neue Quellen in der Schweiz beim Carbidwerk von Herrn Frey Fürst am Bürgenstock.
Diese Kontakte führten dazu, dass er sich in St. Niklausen bei Luzern niederliess. Am 1. Mai 1918 zog die ganze Familie in die «Solina» ein. Von hier aus führte er den ständig wachsenden Sichelkonzern. Am 17. Dezember 1921 wurde ihm von der Philosophischen Fakultät der Ludwig-Universität Giessen die Ehrendoktorwürde verliehen. Die Urkunde ehrte ihn als «weitblickenden Kaufmann, der in mehr als dreissigjähriger Tätigkeit das von ihm geleitete Unternehmen zu glanzvoller Stellung emporgeführt hat», als «verständnisvollen Pfleger wissenschaftlicher Arbeit» und als «warmherzigen Förderer aufstrebender Geister, denen er die Wege zu ihrem Aufstieg ebnet». In den zwanziger Jahren erwarb er in Grône im Wallis eine Anthrazitkohlenmine und gründete 1923 in Buchs bei Zürich gemeinsam mit der Bank La Roche die Blockmetall, einen Produzenten von Lötzinn.
In der Rezession von 1929 und dann vorwiegend durch das Aufkommen der Nationalsozialisten wurden die deutschen Unternehmen beschlagnahmt und die Unternehmen in Luxemburg und Frankreich sequestriert. Den 2. Weltkrieg überlebte die Familie in St. Niklausen. Die Kohlenmine wurde zum grossen Glücksfall, da Kohle in der Schweiz Mangelware wurde.
Alfred Ganz war ein grosszügiger und offener Mensch. Seine Frohnatur brachte ihm viele Freundschaften, auch in der Geschäftswelt. In seinem Leben hat er unzähligen Menschen geholfen; besonders seine nähere und weitere Familie verdankte ihm viel. So beherbergte er seinen Bruder Cäsar mit Frau Emilie, die Schwiegereltern seiner jüngsten Tochter und zeitweise Sohn Felix mit Familie während der ganzen Kriegszeit. Nicht alle Geschwister konnten gerettet werden: Seine Schwester Regina Ida Marx (geb. Ganz) wurde 1943 im KZ Theresienstadt ermordet. Im Alter von 84 Jahren verstarb er nach kurzer Krankheit.
Alfred Ganz und Valerie Wolff, 1903
Steckbrief
Geboren
8. November 1874 in Mainz
Gestorben
19. April 1958 in Luzern
Titel
Generaldirektor, Dr. phil. h.c.
Unternehmen
Julius Sichel & Co. (Sichel-Konzern)
Ehrendoktor
17. Dezember 1921, Philosophische Fakultät der Ludwig-Universität Giessen
Ehefrau
Valerie Wolff (1881–1967)
Kinder
Ernst, Felix, Madelaine, Elisabeth
Villa Solina
St. Niklausen bei Luzern
Ehrendoktorurkunde (Dr. phil. h.c.), Universität Giessen, 1921
"
Edel sei der Mensch,
Hülfreich und gut!
Humanistisches Erbe
Alfred Ganz lebte nach diesen humanistischen Prinzipien. Anlässlich seines 30-jährigen Firmenjubiläums 1921 verzichtete er aufgrund der «Not der Zeit» auf eine festliche Begehung und spendete stattdessen grosszügig für die Armen der Stadt Mainz, seinen Mainzer Turnverein sowie für eine Wohlfahrtsstiftung des Sichel-Konzerns.
Auch in seiner Wohngemeinde Horw in der Schweiz galt er später als Gönner der Künstler, Förderer des Sportes und Freund der Hilfebedürftigen. Er setzte sich mit Überzeugung für die Bestrebungen der Europa-Union ein, in der er, wie viele andere, die grösste Chance zur Vermeidung zukünftiger Kriege in Europa sah, und wurde dafür zum Ehrenmitglied der Schweizerischen Europa-Union ernannt.
Wichtige Verwandte
Ehefrau
Valerie Ganz-Wolff
1881–1967
Als Tochter von Ferdinand und Mathilde Wolff wurde Valerie in Bad Kreuznach geboren. Ihr Vater führte zusammen mit seinen Brüdern Heinrich und Leopold ein Klaviergeschäft und eine Geigenbaufirma; Ferdinand galt als Erfinder der «stummen Geige», eines Übungsgeräts für Violinisten. Valerie absolvierte am Konservatorium in Kreuznach die Reifeprüfung in Violine und Klavier. Mit 24 Jahren lernte sie Alfred über dessen Schwester Ida kennen. In der Villa Solina war sie eine hervorragende Gastgeberin für Gäste aus ganz Europa und führte mit Übersicht und Strenge den grossen Haushalt. Während des 2. Weltkrieges lebten unter ihrem Dach Alfreds Bruder Cäsar mit Frau Emilie, die Schwiegereltern von Tochter Elisabeth sowie zeitweise Sohn Felix mit Familie. Nach dem Tod ihres Gatten 1958 lebte sie bis zu ihrem Tod 1967 in der Solina.
Bruder
Hugo Ganz
1862–1922
Als junger Gymnasiallehrer in Giessen veröffentlichte Hugo 1888 die Reformschrift «Turnsaal und Exercierplatz» gegen den militärischen Drill im Turnunterricht. Aus dem Pädagogen wurde ein zu seiner Zeit hochangesehener Journalist und Schriftsteller, ein intimer Kenner vor allem des europäischen Ostens. Er schrieb für die Frankfurter Zeitung und die Neue Zürcher Zeitung. 1904 bereiste er zusammen mit seiner Frau das russische Zarenreich und nannte es: «Ein Land mit 30 Millionen Gefangenen und einer Million Kerkermeistern.»
Jüdischer Ingenieur und Automobilpionier, der als technischer Berater und Redakteur der Zeitschrift «Motor-Kritik» die Automobilentwicklung massgeblich beeinflusste. Er entwarf den Standard Superior (1933) und gilt als Erfinder der wesentlichsten Teile des Volkswagens. Alfreds Bruder Hugo Ganz war Josefs Vater.
Alfred sammelte leidenschaftlich Bilder. Georg Biermann, ein angesehener Kenner der Malszene, vermittelte ihm nur die besten Maler seiner Zeit. Auch Vlaminck und Derain waren in seiner Sammlung vertreten. Der Stadt Luzern stiftete er unter anderem das «Bronzemädchen» am Bahnhofplatz. Dem Kunstmuseum Luzern hinterliess er ein Gemälde von Wilhelm Trübner. Seine grosse Zinnsammlung von internationalem Ruf entstand beim Einkauf von Altzinn für seine Lötzinnproduktion.
Lovis Corinth
1858–1925
Lovis Corinth zählt zu den bedeutendsten deutschen Malern an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Als einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Impressionismus und Wegbereiter des Expressionismus schuf er ein umfangreiches Werk aus Porträts, Landschaften, Stillleben und mythologischen Szenen. Corinth war Professor an der Berliner Akademie und Präsident der Berliner Secession. Seine Werke hängen heute in den grössten Museen der Welt.
Verbindung zu Alfred Ganz
Der bedeutende Maler Lovis Corinth und seine Frau Charlotte Berend-Corinth, ebenfalls eine bekannte Malerin, waren mehrmals Gäste in der Villa Solina, so auch im Herbst 1921. Alfred und seine Frau empfingen die Künstler mit grosser Gastfreundschaft. Während ihres Aufenthalts porträtierte Corinth Alfred Ganz – ein Werk, das nach nur drei Sitzungen vollendet wurde und allen Beteiligten ausserordentlich gelungen erschien. Als Dank für die genossene Gastfreundschaft schenkte das Ehepaar Corinth das Gemälde «Das kleine Paradies» (1921). Das Porträt von Alfred Ganz wird heute im Depot des Kunsthauses Luzern aufbewahrt.
Lovis CorinthBild folgt
Corinth 1887 (Quelle: Wikipedia ) Lovis Corinth: Porträt Dr. Alfred Ganz, 1921 (Kunsthaus Luzern)
Roland Duss
1901–1977
Roland Duss war ein bedeutender Schweizer Bildhauer, dessen Werke den öffentlichen Raum in Luzern und der Zentralschweiz bis heute prägen. Seine expressiven Bronzeskulpturen, Reliefs und Porträtbüsten verbinden klassische Formsprache mit moderner Ausdruckskraft. Duss war ein Meister der figürlichen Plastik und wurde für seine lebensnahen, kraftvollen Darstellungen geschätzt.
Verbindung zu Alfred Ganz
Alfred Ganz war ein wichtiger Mäzen und Förderer von Roland Duss. Neben den zahlreichen Werken, die er von Duss ankaufte – darunter Bronzefiguren, die den Garten der Villa Solina schmückten – leistete Alfred namhafte Beiträge an Werke im öffentlichen Raum, etwa einen Brunnen in Horw und den Einhornbrunnen in Luzern. Sein bedeutendstes Geschenk an die Stadt Luzern war «Die Schauende»: Dank einer Spende von Alfred Ganz entstanden, konnte die Figur der Stadt geschenkt werden und stand bis 1962 prominent am Luzerner Bahnhofplatz. Nach dessen Umgestaltung wurde sie an den General-Guisan-Quai in der Nähe des Verkehrshauses verlegt, wo sie bis heute zu sehen ist.
Roland Duss: «Die Schauende» – Geschenk von Alfred Ganz an die Stadt Luzern, bis 1962 am Bahnhofplatz, heute am General-Guisan-Quai (Archiv Ueli Ganz)
Roland Duss: «Stehende» — Bronzeplastik (Archiv Ueli Ganz)
Im Atelier von Roland Duss (Archiv Ueli Ganz)
St. Niklausen bei Luzern am Vierwaldstättersee
Villa Solina
Ein Ort der Zuflucht und Gastfreundschaft
Am 1. Mai 1918 zog die ganze Familie in die Solina ein. Von hier aus leitete Alfred den stetig wachsenden Sichelkonzern. Die Villa wurde zu einem Ort der Gastfreundschaft und zu einem Anlaufpunkt für Gäste aus ganz Europa – für Geschäftsleute, Bankiers, Künstler, Politiker und Familienangehörige.
Ab September 1939 wurde die Solina zudem zu einer Rettungsinsel für bedrohte Familienangehörige: Alfreds Bruder Cäsar und seine Frau Emilie aus Luxemburg, Otto Strauss und seine Frau aus Nürnberg sowie Sohn Felix mit seiner Familie fanden hier Zuflucht. Zeitweise lebten acht Erwachsene und zwei Kinder unter einem Dach. Alle waren aufgrund ihrer jüdischen Herkunft durch das NS-Regime aufs Höchste bedroht. Alfreds Schwester Regina Ida Marx (geb. Ganz) hatte weniger Glück: Sie wurde 1943 im KZ Theresienstadt ermordet.
Im September 1946 fand im nahen Hertenstein am Vierwaldstättersee der grundlegende Kongress der Europa-Union statt. Dort wurde das Hertensteiner Programm mit seinen zwölf berühmten Thesen verabschiedet; am 22. September wurden diese auf dem Rütli der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. In dieselbe Zeit fiel auch Winston Churchills viel beachtetes Zürcher Plädoyer für ein geeintes Europa vom 19. September 1946. Das Hertensteiner Programm wurde später zu einem von neun Grundsatzdokumenten der im Dezember 1946 in Paris gegründeten Union Europäischer Föderalisten (UEF), die eine föderative und demokratisch-rechtsstaatliche Vereinigung der europäischen Völker anstrebte.
Im Umfeld dieser europäischen Aufbruchszeit kam es offenbar auch in der Villa Solina wiederholt zu Begegnungen mit Delegierten und Gästen der Europa-Union.
Villa Solina mit TurmEingang zur Villa SolinaAlfred Ganz im Garten
Das Gästebuch der Villa Solina
Einführung
Das Gästebuch des Hauses «Solina» aus dem Besitz von Alfred Ganz dokumentiert über mehrere Jahrzehnte hinweg persönliche Begegnungen und Beziehungen im familiären und zeitgeschichtlichen Umfeld. Die Einträge reichen von der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis in die Nachkriegsjahre und vermitteln einen unmittelbaren Eindruck von der Atmosphäre dieses Ortes.
Kontext
Das Gästebuch enthält Beiträge von Gästen aus unterschiedlichen Lebensbereichen, darunter auch einzelne Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens jener Zeit. Im Vordergrund stehen jedoch die persönlichen Einträge, die das Haus «Solina» als Ort der Begegnung, der Gastfreundschaft und des Austauschs über mehrere Jahrzehnte hinweg erkennbar machen.
Chronologie
Jugend & Mainz
1874 – 1890
Leben
1874
Geburt am 8. November in Mainz, Rosengasse. Eltern: Moritz und Karoline Ganz
Wirken
1890
Beginn der Lehre als Kaufmann des Eisenhandels bei der Fa. Julius Sichel in Mainz
Aufbau des Sichel-Konzerns
1903 – 1913
Leben
1904
Heirat mit Valerie Wolff am 5. Februar; das Paar zieht nach Luxemburg
1904–1911
Geburt der vier Kinder in Luxemburg: Ernst, Felix, Madelaine, Elisabeth
Wirken
1903
Teilhaber der Fa. Julius Sichel & Co.; gründet das Zweiggeschäft in Luxemburg
1912
Übernahme der Leitung der beiden Sichel-Zweigstellen in Luxemburg und Esch-sur-Alzette
Krieg und Neuanfang
1914 – 1918
Leben
1914
Umzug der Familie nach Thonon; fluchtartige Rückkehr nach Wiesbaden bei Kriegsausbruch
1918
Umzug in die Villa «Solina» in St. Niklausen bei Luzern am 1. Mai
Wirken
1914
Inbetriebnahme der Carbidfabrik in Thonon; Ausbruch des 1. Weltkriegs
1914–1918
Militärdienst im Bahnüberwachungsdienst (Saarbrücken – Thionville – Luxemburg)
Villa Solina — Blüte und Mäzenatentum
1919 – 1938
Leben
1919
Besuch von Bruder Hugo und Marie Ganz in der Villa Solina (Sommer)
Wirken
1921
Ehrendoktorwürde (Dr. phil. h.c.) der Ludwig-Universität Giessen am 17. Dezember
1921
Besuch von Lovis Corinth und Charlotte Berend-Corinth; Corinth malt Alfreds Porträt
1923
Gründung der Blockmetall in Buchs bei Zürich mit der Bank La Roche
1920er
Erwerb einer Anthrazitkohlenmine in Grône im Wallis
1929
Weltwirtschaftskrise: Teile der Kunstsammlung werden in Berlin versteigert
Rettungsinsel und Nachkrieg
1939 – 1958
Leben
1939
Ab September Aufnahme bedrohter jüdischer Familienmitglieder in der Villa Solina
1941
Einbürgerung als Schweizer Bürger in der Gemeinde Horw am 13. Mai
1943
Alfreds Schwester Regina Ida Marx (geb. Ganz) wird im KZ Theresienstadt ermordet
1958
Tod am 19. April in Luzern im Alter von 84 Jahren
Wirken
1946
Gründungskongress der Europa-Union in Hertenstein; das Hertensteiner Programm mit 12 Thesen wird verabschiedet
Grabmal
Das Familiengrab auf dem Friedhof Friedental in Luzern bewahrt das Andenken an drei Generationen der Familie Ganz. Die schlichte Marmortafel vereint jene, die in der Villa Solina gemeinsam lebten und die Geschichte dieser besonderen Familie prägten. Die Marmortafel befindet sich heute bei Lorenz Schmid – neben dem Josef Ganz Standard Superior 1933 Typ 2.
Cesar Ganz
1863–1947
Alfred Ganz-Wolff
1874–1958
Valerie Ganz-Wolff
1881–1967
Felix Ganz-Kermas
1906–1985
Elfriede Ganz-Kermas
1905–2003
Für Cäsar und Emilie Ganz wurden in Mainz Stolpersteine verlegt – Gedenksteine des Künstlers Gunter Demnig, die an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes erinnern.